Une semaine en France
Für eine Woche nach Cannes an der Côte d‘Azur, Sprachwoche.
Thomas und Ich bei einer französischen Gastfamilie.
Der Clou: keiner von uns beiden spricht wirklich Französisch.
Was dabei herausgekommen ist könnt ihr hier nachlesen:
Sonntag 29.03.2009
07:00h Früh vor der Schule.
Spannung liegt in der Luft, auch wenn die meisten nicht wirklich munter sind.
Ausgerüstet mit Büchern, Musikzeitschriften und Funny Games U.S. von Michael Haneke bin ich bereit die 14 stündige Fahrt anzutreten.
Bis auf diverse Zwischenstops an italienischen Raststätten(die horrende Preise für mittelmäßiges Essen verlangen) ist die Fahrt eher trist(bis auf die zum Ende hin ansteigenden Gesangseinlagen von hochqualitativen Liedgut wie Fürstenfeld).
Wir kommen planmäßig um 21:00h in Cannes an und werden von unseren Gasteltern abgeholt.
Der tattoowierte Typ mit dem karierten Hemd(bei dem wir von Anfang an sicher waren, dass er unser Gastvater ist) ist(wie sollte es anders sein) unser Gastvater.
Die wenigen Gesprächsfetzen die wir während der Fahrt austauschen drehen sich um unsere Reise und das Wetter. Es regnet leicht.
Bei der Wohnung angekommen kommt die große Ernüchterung.
Wir verstehen so gut wie nichts.
Die wenigen Dinge die wir austauschen können drehen sich um unsre Namen, unser Alter, und unsere Familie.
Dann ist aber auch schon Schluss.
Den Rest dolmetschen wir uns mit Händen, Füßen und dem kleinen Wörterbuch aus, dass ich mir(zum Glück) vor der Reise spontan gekauft habe.
Nach 6facher Verneinung lassen wir uns schlussendlich überreden eine Tiefkühlpizza zu essen.
Montag 30.03.2009
Am Frühstückstisch geht es gleich zu wie am Abend. Wir versuchen so gut es geht auf die Fragen zu antworten was aber pro Frage meistens 5 Minuten dauert, da wir entweder die Frage nicht oder falsch verstehen.
Nach dem petit dejeuner geht es zur Schule die nur 5 Minuten Fußweg von uns entfernt ist. Dort erfolgt die Einteilung in 3 Gruppen.
Wir kommen zum Glück in die Gruppe mit dem Native Speaker, der 20 Jahre in Deutschland verbracht hat.

Nach dem Unterricht geht‘s im Bus nach Nizza.
Dort sehen wir uns eine Ausstellung von Marc Chagall an, ein französischer Maler mit weißrussischen Wurzeln, der sich auf farbenprächtige Abstraktionen biblischer Motive spezialisiert hat.

Danach geht es zu Fuß zum Strand.
Auf dem Weg lerne ich neben der mörderischen französische Fahrweise und die örtliche französische Polizei kennen, die mich aufhält weil ich eine Katze fotografiert habe(ja, richtig gelesen).
Da sich die Katze hinter einem Zaun befunden hatte, glaubten sie anscheinend ich spioniere Franzosen aus.
Nachdem ich ihnen meine Fotos gezeigt hatte, liessen sie mich zum Glück weitergehen (jetzt weiß ich wenigstens warum ich eine Abneigung gegen Zivilfahnder habe).

Auf dem Weg zum Strand kommen wir durch das Stadtzentrum, in welchem wir ein Gruppenfoto machen, auf dem ich aber nicht oben bin, da ich versuche Thomas auf meine Schultern zu heben, diesen Kraftakt aber erst hinkriege, als die Lehrerin abgedrückt hat.
Bei 20° und Sonnenschein liegen wir am Strand und einige halten sogar die Füße ins Wasser. Und auch für unsere obligatorischen Strandsprungbilder finden wir eine geeignete Location.
Danach begeben wir uns auf die Suche nach einem Restaurant.
Nach einer Dreiviertelstunde erfolgloser Suche(anscheinend haben am Montag sämtliche Restaurants in Nizza geschlossen, dafür haben wir wenigstens was von der Stadt gesehen) kamen wir auf ein amerikanisches Restaurant(ich glaube es ist eine französische Franchising Kette) namens Buffalo Grill.
Der Arizona Burger ist zu empfehlen, das Bier nicht(bei aller Liebe, für etwas das nach Gösser schmeckt zahle ich nicht fast 6€).

Danach noch ein Eis und ab in den Virgin Megastore.
Leider gibt es dort anscheinend keine Platten, weshalb ich mir zwei CDs kaufe, die ich wahrscheinlich nie mehr so billig bekomme(ja, Takk von Sigur Rós und Electric Ladyland von Jimi Hendrix!)
Danach ging es wieder zurück nach Cannes, wo wir(nach einer halben Stunde erfolgloser Konversation mit unserer Gastfamilie und einer Folge Malcolm Mittendrin auf französisch) mit unseren Klassenkollegen an den Strand gehen und die lauwarme Nacht genießen. Die Idylle wird nur durch das Problem zweier Schulkolleginnen überschattet, die nicht mehr in die Wohnung ihrer Gastmutter kommen, da diese den Schlüssel innen stecken gelassen hat und auch nicht auf Anrufe und Geklopfe reagiert.
Dienstag 31.03.2009
Die durchzechte Nacht fordert ihre Opfer.
Im Unterricht reagieren wir, wenn überhaupt, nur sehr langsam auf Fragen und komplexere Dialoge sind überhaupt nicht möglich.

Nach dem Unterricht geht es in das Stadtinnere von Cannes bzw mit der Fähre auf die Insel St. Honorat, die wir erkunden(eine halbe Stunde durch die Pampa, da wir den Weg verkehrt herum gegangen sind) und im Kloster gebrauten Mandarinenlikör kaufen(komischerweise gibt es in Klostern immer den besten Alkohol. Abstinenz óle.)

Zurück auf dem Festland geht‘s zum Italiener, bei dem nur halbe Pizzen serviert werden, die 10€ kosten. Immerhin schmeckt‘s.
Nach dem Zahlen(10 Minuten Streit darum wer wie was zahlt[Douglas Adams hatte mit der Bistromatik eindeutig Recht]) verabschiedete sich der Kellner, mit dem wir vorher noch versucht haben französisch zu reden, lachend auf deutsch(Nett diese Franzosen).
Dann zum Supermarkt, wo ich mein geliebtes Vanilla Coke finde, dass es(warum auch immer) zuhause nicht mehr zu kaufen gibt.
Nach zwei Folgen von Californication geht‘s ab ins Bett.
Mittwoch 01.04.2009

Am Vormittag geht‘s ausnahmsweise nicht in die Schule sondern nach St. Paul, einem wunderbaren kleinen Künstlerdorf in dem es vor Ateliers und Statuen nur so wimmelt.
In den verwinkelten Gassen gibt es alle Arten von Schmuck und Ramsch.
Es erfüllt einfach jedes französisches Kleinstadtklischee.
Dort auch schnell Postkarten gekauft und aufgegeben.

Danach geht es nach Grasse in die Parfumfabrik.
Die Führung fällt eher kurz aus, dafür gibt es eine „Verkostung“ von Düften.
Blöd nur wenn man(wie ich) komplett verschnupft ist.
Mit Müh und Not errieche ich ein paar Bestandteile aber das wars auch schon.
Dafür nehme ich Seifen in Eierform im Eierkarton mit.

Danach geht es zurück nach Cannes, wo wir am Nachmittag den Unterricht nachholen.
Wir sind natürlich absolut motiviert, weshalb wir auch fast einschlafen.
Nach der Schule kaufen wir noch für die Heimreise ein und nach dem Abendessen geht es wieder an den Strand.
Donnerstag 02.04.09
Am Vormittag zum letzten Mal in die Schule.
Trotz meines vehementen Bestehens auf eine 3 wird mir eine 2 als Note reingedrückt.
Ich hasse die Frage „Welche Note würdest du dir selbst geben?“.

Am Nachmittag geht es nach Antibes.
Unser Busfahrer ist(warum auch immer) ein Italiener(und das im französischen Straßenverkehr) der von uns verlangt unsre Rucksäcke unten im Bus zu verstauen.
In Antibes verschwindet auf einmal einer unsrer Lehrer, weshalb wir uns selbst die Innenstadt ansehen.
In einem schicken Restaurant probieren wir die Escargots(Gibt sogar ein Video davon).
Schmecken eigentlich nur nach Knoblauch und Butter, aber sehr lecker.
Danach verlaufen wir uns in den verwinkelten Gassen, bis wir zum Glück an den Hafen kommen, von wo aus wir am Meer entlanggehen.

Nachdem wir bei einer spannenden Partie Boccia zugesehen haben, gehen wir zurück in die Stadt.
Nachdem wir die örtlichen Surf- und Skateshops abgecheckt haben(obwohl keiner von uns skatet oder surft) machen wir uns auf zum Treffpunkt.
Zurück in Cannes ist das Wetter zu schön um im Zimmer zu hocken, weshalb wir unsre Badesachen packen und an den Strand gehen.
Auf dem Weg dorthin werden wir von den meisten ungläubig beäugt(naja wenn man selbst eine Winterjacke anhat und auf einmal kommen euch zwei Typen in T-Shirt und Badehose entgegen würdet ihr auch schauen oder?).
Bei geschätzten 20°C Luft- und 7°C Wassertemperatur geht‘s ab ins französische Meer.
Hineingelaufen sind wir zu viert, aber ich bin der einzige der wirklich hinausgeschwommen ist(ich hab‘s angenehm gefunden).
Danach Abendessen und wieder an den Strand, den letzten Tag gebührend feiern.
Freitag 03.04.09 & Samstag 04.04.09
Die Wenigen, die am nächsten Tag fit sind(Insgesamt 6) bekommen eine Spezialführung durch Cannes, mit einem wunderbaren Ausblick auf die Stadt und einem Spaziergang durch den Markt.

Auf eigener Faust spazieren wir den Strand entlang, wo sich die High Society aufhält(Handy um 22.000€: ein Muss für jeden der Dekadenz liebt).

Nachdem wir Louis Vitton, Dolce & Gabbana und das Carlton gesehen haben, trinken wir noch einen Kaffee im berühmtesten Café von Cannes(im Zeitraum der Festspiele kostet der ca 10€).
Zurück zuhause werden die restlichen Sachen eingepackt und nach der Verabschiedung geht es mit dem Bus nach Monaco, wo wir uns das ozeanographische Museum, dass von Jacques-Yves Cousteau eingerichtet wurde, ansehen.

Leider haben wir nur eine halbe Stunde Zeit, was bei weitem nicht ausreicht um alles anzusehen.
Danach sehen wir uns noch Monaco an, bevor es über die Rennstrecke in Richtung Heimat geht.

Mit wenig Schlaf und viel Musik und vielen Folgen von Californication überstehe ich die 14-stündige Fahrt irgendwie(5 Minuten Schlaf ist wirklich wenig, vor allem wenn man seit 8 Uhr auf den Beinen ist).
3 Stunden früher als geplant kommen wir an und obwohl ich sie angerufen habe, hat meine Mutter verschlafen, weshalb ich eine halbe Stunde alleine in der Kälte stehen darf.
Trotzdem war es eine gelungene Woche und inzwischen spreche ich auch ein bisschen Französisch.
Also Merci an alle die noch lesen(Hallo Rhea), ich hoffe es hat euch gefallen.
Bisous

yup yup es war echt eine tolle reise! super bericht btw
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Hochitom’s Weblog ;) » Wie übersteht man fünf Tage in Frankreich, ohne französisch zu sprechen? schrieb dies am April 6, 2009 um 12:14 nachmittags |
Vielen herzlichen Dank, für das verfassen dieses Berichtes
I kann mi ned erinnern, dass i dir erlaubt hob Bilder von mir zu veröffentlichen
MFG
I hätt eh a Wasserzeichen mit deim Blog gmocht wenn i Photoshop hätt
St. Paul scheint ein Muss zu sein, der Rest auch. Recht herzlichen Dank für’s Schmackhaft-Machen, jetzt weiß ich, dass ich lieber keine Katzen hinter Zäunen fotografieren sollte. ^v^ Chapeau, quelle plénitude de l’humour subtile et sarcastique.